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Stellungnahme zur Regionaltangente West (RTW)

Die Entstehungsgeschichte Buchschlags ist eng mit dem Ausbau der Eisenbahn im vergangenen Jahrhundert verknüpft, die beim Entstehen der Villenkolonie bereits vorhandene Bahnstation ist für Buchschlag von zentraler Bedeutung. Der weitere Ausbau von Verkehrsanbindungen, den die Regionaltangente West bieten wird, ist zu begrüßen.

Damit verbunden sind jedoch auch Bedenken bezüglich der Realisierung. Allen voran die Begleitmaßnahmen, die erforderlich werden, wie Lärmschutz und zusätzliche Parkmöglichkeiten für stetig wachsende Nutzer der Bahnverbindungen. Schon jetzt fehlen laut einem Gutachten aus dem Jahr 2014 etwa 150 Parkplätze.

Auch der Lärmschutz ist derzeit unzureichend und muss mit Hilfe aktiver Lärmschutzmaßnahmen verstärkt werden, damit die Wohn- und Lebensqualität verbessert wird.

Die Variante „Außenbahnsteig“ lehnen wir ab, weil ein erheblicher Grünflächenbestand entfällt, auch wenn sich dieser auf dem Bahngelände, genauer dem überwachsenen vorderen Gleis befindet. Der zusätzliche Bahnsteig mit seinen Befestigungen und Schutzwänden rückt deutlich näher an die denkmalgeschützte Siedlung: aus Landhäusern im Grünen werden Häuser vor der Bahn.

Die Variante „Mittelbahnsteig“ ist daher zu favorisieren, auch wenn die historischen Perron-Dächer versetzt werden müssen.

Die denkmalgeschützten Perron-Dächer aus dem Jahr 1858, übernommen vom Darmstädter Ludwigsbahnhof, sind ein Beispiel für die Verbindung von Funktion, Form und ästhetischem Anspruch im 19. Jahrhundert. Derzeit kommen sie aufgrund der Schutzwand an Gleis 1 nicht zur Geltung.

Die gesamte Bahnsteig-Ausstattung ist im Hinblick auf das denkmalgeschützte Ensemble, das Buchschlag darstellt und zu dem insbesondere der Bahnhof und seine Schutzbauten zählen, derzeit unbefriedigend. Das kann und muss besser werden. Zusätzliche Bauten sollten sich dem ästhetischen Anspruch stellen, der diesen Ortsteil Dreieichs ausmacht.

Mit freundlichen Grüßen der Vorstand des Geschichtsvereins Buchschlag e.V.

Isabel Schilling, Dr. Dorothee Kaltenbach, Kim Bagus,

Bettina Otto, Dr. Carl Kirchmaier, Christel Thomsen

Dreieich, den 15.10.2019

 

 

 

Kurze Geschichte eines Buchschlager Hauses  1913-1944

Vor 75 Jahren, am 25.09.1944, wurde das Haus Lejeune in der Ernst-Ludwig-Allee 18 durch zwei Fliegerbomben vollständig zerstört. Auszug aus dem 5.Heft des Geschichtsvereins, das in Kürze verfügbar ist:

Ein jähes Ende - Fliegerangriff vom 25. September 1944

Die Angriffe auf die Zivilbevölkerung im 2. Weltkrieg waren bis zum 25. September 1944 an Buchschlag nicht ohne Folgen geblieben. Zwei Häuser waren bisher zerstört worden: Haus Eduard Pieper Ernst-Ludwig-Allee 5 am 21.Juli 1941 und Haus Louis Sostmann, Hainer Trift 23 am 20.Dezember 1943. Es hatte drei Todesopfer gegeben: Barbara Piper, Ehefrau von Eduard Pieper und deren Tochter, Erna Tönges sowie Friederike Sostmann.

Als dann im September 1944 ungewöhnlicherweise am Vormittag die Sirenen gingen, zerstörten die Bomben sieben Buchschlager Häuser. Es handelte sich um einen amerikanischen Bombenangriff auf Frankfurt und Umgebung. Die 8. US-Luftflotte warf an diesem Tag 988 Tonnen Bomben auf die Stadt ab. Sie flog weiter Richtung Süden, mögliche Ziele waren die Bahnlinie und das Gaswerk in Sprendlingen.

Diesmal gab es zwei Todesopfer: Mathilde Lejeune (18..-1944) die Schwester von Friedrich Wilhelm Lejeune und Alma Siedhoff Buscher (1899-1944), die Bauhaus-Künstlerin war als Näherin für Uniformen aus Militärdrillich im Zaunweg 12 verpflichtet worden.

Sieben Buchschlager Häuser wurden zerbombt:

Paul Beck, Zaunweg 12;

Friedrich Wilhelm Lejeune, Ernst Ludwig Allee 18;

Witwe Karl H. Biedenkapp, Hainer Trift 6;

Hermann Ling und Grete Grossmann, Wildscheuerweg 20;

August Schirmer, Bogenweg 6;

Ludwig Groth, Buchweg 9;

Kutscherhaus Wienand, Kohlseeweg 4